{"id":766,"date":"2013-10-02T14:09:45","date_gmt":"2013-10-02T14:09:45","guid":{"rendered":"http:\/\/alexanderkobs.de\/?p=766"},"modified":"2018-02-14T18:23:59","modified_gmt":"2018-02-14T18:23:59","slug":"talentsucher-auf-dem-kiez","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/alexanderkobs.de\/?p=766","title":{"rendered":"Talentsucher auf dem Kiez"},"content":{"rendered":"<p>Erschienen bei: <a href=\"http:\/\/www.n-joy.de\/events\/reeperbahnfestival\/reeperbahnfestivalmusikmanager101.html\" target=\"_blank\">n-joy.de<\/a> in Kooperation mit Anne Chebu<\/p>\n<p><strong>Ununterbrochen klingelt sein Handy, immer wieder werden H\u00e4nde gesch\u00fcttelt und Visitenkarten ausgetauscht. F\u00fcr den Hamburger Musikmanager Tim Dollmann sind die vier Tage des Reeperbahn Festivals mit die arbeitsreichsten im ganzen Jahr. <\/strong><\/p>\n<p>&#8222;Hier trifft sich alles was Rang und Namen hat. Man macht mehr Gesch\u00e4fte als im ganzen restlichen Jahr zusammen&#8220;, sagt Dollmann. Wieder ein Anruf. &#8222;Ja klar, ab 16.30 Uhr im Studio. Super.&#8220; Am anderen Ende der Leitung: Tom Hugo. Einer der bekanntesten und erfolgreichsten Texte-Schreiber Europas. Der Norweger feilt sonst mit der Pop-Band a-ha an ihren Texten. Doch jetzt ist auch er in der Stadt.<!--more--><\/p>\n<figure id=\"attachment_958\" aria-describedby=\"caption-attachment-958\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/alexanderkobs.de\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/dollmann101_v-contentgross.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-958\" title=\"dollmann101_v-contentgross\" src=\"http:\/\/alexanderkobs.de\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/dollmann101_v-contentgross-300x169.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"169\" srcset=\"http:\/\/alexanderkobs.de\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/dollmann101_v-contentgross-300x169.jpg 300w, http:\/\/alexanderkobs.de\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/dollmann101_v-contentgross.jpg 568w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-958\" class=\"wp-caption-text\">H\u00e4nde sch\u00fctteln und Gespr\u00e4che f\u00fchren &#8211; beim Reeperbahn Festival an der Tagesordnung.<\/figcaption><\/figure>\n<p>Beim Reeperbahn Festival trifft sich die gesamte Branche. Perfekt f\u00fcr Verhandlungen, neue Deals &#8211; es gibt keinen besseren Platz zum Netzwerken. Tim Dollmann ist beim Festival auch Strippenzieher. Gerade hat er Hugo und seine Newcomer-S\u00e4ngerin Miss NatNat zusammengebracht. Auch ihr soll Alt-Meister Hugo beim Texten \u00fcber die Schulter gucken. &#8222;Um 16.30 Uhr treffen sie sich im Studio. Da m\u00fcssen wir jetzt los. Danach soll ich mir da noch eine Newcomer-Band anh\u00f6ren.&#8220;<\/p>\n<h3><strong>Meet &amp; Greet im Table-Dance-Schuppen<\/strong><\/h3>\n<p>Dollmann ruft ein Taxi. Wieder ein Anruf. &#8222;Dollhouse, 19 Uhr? K\u00f6nnte knapp werden, aber ich versuche zu kommen.&#8220; Dollmann legt auf. &#8222;Das w\u00e4re wichtig, wenn wir das nachher noch schaffen. Da treffen sich wirklich alle&#8220;, sagt der 37-J\u00e4hrige. Meet &amp; Greet im Dollhouse, dem bekannten Striptease-Schuppen auf der Gro\u00dfen Freiheit &#8211; das gibt\u2018s nur in Hamburg w\u00e4hrend des Reeperbahn Festivals.<\/p>\n<h3><strong>Klassentreffen Reeperbahn<\/strong><\/h3>\n<p>16.30 Uhr Hamburg-Altona. In einem Hinterhof betritt Dollmann das Tonstudio. Hier nehmen sonst Jan Delay und Udo Lindenberg ihre Platten auf. Heute soll er sich &#8222;B-Seite&#8220; anh\u00f6ren, eine junge Band aus Hamburg. Bandmitglied Alex hat mal ein Praktikum in Dollmanns Firma GDMP gemacht, man kennt sich. Das Reeperbahn Festival ist wie ein gro\u00dfes Klassentreffen. Dollmann lehnt sich ans Mischpult: &#8222;Dann lasst mal h\u00f6ren.&#8220; Mit dem Kopf beginnt er zum Takt zu nicken, seine F\u00fc\u00dfe wippen mit. &#8222;Hat mir gut gefallen&#8220;, sagt Dollmann. Ob es f\u00fcr eine Zusammenarbeit reicht? &#8222;Wir bleiben in Kontakt.&#8220;<\/p>\n<h3><strong>Dollmann als Strippenzieher<\/strong><\/h3>\n<p>Im Nebenraum hat Miss NatNat schon die Gitarre gez\u00fcckt, diskutiert angeregt mit Tom Hugo. Ende des Jahres soll ihre erste Platte rauskommen, der Feinschliff an den Texten fehlt noch. &#8222;Es ist nicht selbstverst\u00e4ndlich, dass die beiden sich hier treffen k\u00f6nnen. Aber das Reeperbahn Festival bringt die Leute alle an einen Ort&#8220;, sagt Dollmann. Ein kurzer Blick auf die Uhr, er muss weiter. Das Dollhouse ruft, die Veranstaltung hat schon angefangen.<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;In diesen Tagen ist Hamburg die Musikhauptstadt Nummer 1, noch vor Berlin.&#8220;<\/p><\/blockquote>\n<p>Wo sich sonst die nackten Frauenk\u00f6rper an der Stange r\u00e4keln, trifft sich heute die Musikszene. Das Licht ist schummrig, Dollmann macht sich ein Wasser auf, z\u00fcndet sich eine Zigarette an. Mehr als 2.500 Business-Leute sind dieses Jahr beim Festival dabei, sagt er. Im letzten Jahr seien es nur 500 gewesen. Wieder Visitenkarten, wieder H\u00e4nde sch\u00fctteln, wieder Telefonate. Sein Handy-Akku ist nur noch bei 30 Prozent. Mittlerweile ist kurz vor zehn. Dollmann verabschiedet sich.<\/p>\n<p>Vor knapp 16 Jahren hat Dollmann zusammen mit Jan Delay das Hamburger Musiklabel Eimsbush gegr\u00fcndet, mittlerweile sucht er Talente auf eigene Faust, ist selbstst\u00e4ndiger Musikmanager und veranstaltet nebenbei Events wie &#8222;Beats auf der Bahn&#8220; in Hamburg. Er ist immer auf der Suche nach neuen K\u00fcnstlern f\u00fcr sein Portfolio. Momentan sind es f\u00fcnf Musiker, die er managed.<\/p>\n<h3><strong>Konzertmarathon am Abend<\/strong><\/h3>\n<figure id=\"attachment_959\" aria-describedby=\"caption-attachment-959\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/alexanderkobs.de\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/dollmann109_v-contentgross.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-959\" title=\"dollmann109_v-contentgross\" src=\"http:\/\/alexanderkobs.de\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/dollmann109_v-contentgross-300x169.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"169\" srcset=\"http:\/\/alexanderkobs.de\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/dollmann109_v-contentgross-300x169.jpg 300w, http:\/\/alexanderkobs.de\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/dollmann109_v-contentgross.jpg 568w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-959\" class=\"wp-caption-text\">Mit dem Singer-Songwriter David Lemaitre hat Dollmann im Knust den ersten Kontakt gekn\u00fcpft.<\/figcaption><\/figure>\n<p>Drei Konzerte stehen heute auf seiner Liste, drei Bands noch ohne Manager in Deutschland. Eine Booking-Agentur hat Dollmann gebeten mal vorbeizuschauen. &#8222;Vielleicht ist was dabei&#8220;, sagt er. Erste Station: das Imperial Theater. Hier soll die Indie-Pop-Band \u00c1sgeir Trausti auftreten, eine norwegische Nachwuchs-Band. Als Dollmann in die Stra\u00dfe einbiegt, kommt ihm das Publikum aber schon entgegen &#8211; Konzert verpasst. &#8222;Macht nichts, die sollen eh nicht so toll sein&#8220;, sagt Dollmann. Er zuckt mit den Schultern.<\/p>\n<p>Eine Zigarettenl\u00e4nge sp\u00e4ter stehen Highasakite auf der B\u00fchne. Nach f\u00fcnf Minuten: Der Blick auf sein Handy, nach zehn Minuten verl\u00e4sst Dollmann das Geb\u00e4ude. &#8222;Die passen nicht in mein Portfolio&#8220;, sagt er und geht. F\u00fcr ihn reichen Musikschnipsel der K\u00fcnstler, um zu erkennen: Da steckt was hinter &#8211; oder auch nicht. Letzte Chance auf einen Deal: Mit der U-Bahn geht&#8217;s ins Knust. David Lemaitre tritt auf. &#8222;Von dem halte ich sehr viel&#8220;, l\u00e4sst Dollmann vorher wissen. Das Konzert hat schon begonnen, Dollmann holt sich eine Limo an der Bar und stellt sich nach ganz hinten in die Dunkelheit. Wieder das leichte Kopfnicken, wieder das Fu\u00dfwippen. Dann Applaus &#8211; zum ersten Mal an diesem Abend.<\/p>\n<h3><strong>Deal eingef\u00e4delt &#8211; Gute Nacht!<\/strong><\/h3>\n<p>&#8222;Gef\u00e4llt mir gut&#8220;, sagt er. Kurz nach Mitternacht ist der Gig vorbei. Dollmann trifft sich mit dem K\u00fcnstler im Backstage-Bereich. Der erste Kontakt ist wichtig, beide Seiten scheinen zufrieden. Ein Handshake zum Abschied. Das k\u00f6nnte was werden. Dollmann guckt auf sein Handy. Das Display ist schwarz &#8211; Akku leer. F\u00fcr das Ger\u00e4t ist der Abend vorbei, f\u00fcr Dollmann noch nicht ganz. Ein letztes gesch\u00e4ftliches Treffen in der Schanze, dann geht&#8217;s ins Bett. Mittlerweile ist es halb drei. Kurze Erholungspause, aber morgen geht er weiter, Dollmanns Terminmarathon.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Erschienen bei: n-joy.de in Kooperation mit Anne Chebu Ununterbrochen klingelt sein Handy, immer wieder werden H\u00e4nde gesch\u00fcttelt und Visitenkarten ausgetauscht. F\u00fcr den Hamburger Musikmanager Tim Dollmann sind die vier Tage des Reeperbahn Festivals mit die arbeitsreichsten im ganzen Jahr. &#8222;Hier trifft sich alles was Rang und Namen hat. 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